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Lokales - Rhein-Sieg vom 17.09.2002:
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Marokkanische Musikgruppe war bei Klaus Schönenberg
zu Gast
Ekstatische Tänze und orientalische Düfte
in der Stube
LOHMAR. Fremdartige, kehlige Gesänge von
größter Intensität, harte Trommelschläge in
sich beständig wiederholenden Rhythmen, auf den malerisch
geschmückten Trommeln, eindringlich scheppernde Kastagnetten,
ein dunkel vibrierender Bass, fast ekstatische, wirbelnde Tänze,
die an die Bräuche der Derwische erinnerten und dazu der
aromatische Duft orientalischer Speisen: Der berühmte Hauch des
Orients wurde im Wohnraum von Klaus Schönenbergs Haus in
Wahlscheid eher wie ein zum Trance erregenden Sturm.
Mit Kauri-Muscheln, Stickereien und leuchtenden Schmucksteinen
waren die malerischen Gewänder und traditionellen Instrumente
der fünf, scheinbar alterslosen, marokkanischen Musiker geschmückt,
die mitreißend auf engstem Raum Teile einer rituellen "Lila-Lithurgie"
aufführten.
Grandios, wie Abdenbi Elgadari, Ahmed Ghani, Said Tougha,
Oughassal Abdellativ und Kannou Brahim, die Mitglieder der Gruppe "Gnawa
Sidi Mimoun", es zeitweise verstanden, gleichzeitig zu tanzen
und ihre einfachen Instrumente zu spielen.
"Zu Hause in Marokko sind "Gnawa Sidi Mimoun"
Weltstars, stellte Klaus Schönenberg die temperamentvollen Künstler
vor, die das Publikum mit ihren archaischen Klängen in kürzester
Zeit in ihren Bann zogen.
Einmal im Jahr gönnen sich die Veranstalter von "Kulturen
der Welt" ein Sommerfest, zu dem jeder kommen kann, denn in
Lohmar gibt es sonst keine Gelegenheit, Musik aus fremden Kulturen
zu erleben.
"Dazu laden wir uns adäquate Gruppen zum jeweiligen
saisonalen Thema ein", erklärte Schönenberg. "Je
erbärmlicher es in Marokko wird, desto dunkler wird die
Hautfarbe", ist eine Erfahrung, die der Leiter der Initiative
bei seinem letzten Magreb-Aufenthalt machte, bei dem er sich über
das marokkanische Leben informierte.
Mangels Unterstützung der Stadt Lohmar, so Schönenberg,
falle das Festival "Kulturen der Welt" in diesem Jahr
jedoch aus und wird durch kleinere Konzerte ersetzt.
Die marokkanischen Gnawa sind eine spirituell-philosophische
Bruderschaft aus Nachfahren schwarzer Sklaven. Ihre Wurzeln liegen
in den Kulturen Schwarzafrikas, des Juden- und Christentums und
besonders des Islam, aus dem auch der Sufismus wuchs, der die
traditionellen Kulthandlungen stark beeinflusst.
Die traditionellen Zeremonien der Gnawa basieren auf rituellen
Musiken und Tänzen einer sehr komplexen Lithurgie. (aww)
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